43. Allianz Mecsek Historic Rallye, Ungarn

„To finish first, first you have to finish“ oder „Eine Rallye ist erst im Parc Ferme zu Ende“

Pecs, die zweitgrößte Stadt Ungarns war vom 15. bis zum 17. Oktober Austragungsort des neunten Laufes zur FIA Historischen Rallye-Europameisterschaft. Parallel dazu wurde eine Veranstaltung für „moderne“ Autos durchgeführt, welche zur nationalen ungarischen Meisterschaft und zu den Veranstaltungen der FIA Central European Zone zählte. Folglich waren etwas mehr als 150 Teams am Start, davon knapp 50 „Historische“.

Vom Team Germany 1 – MSC Gütersloh machten sich Hainbach/Beck auf Opel Ascona, Brink/Bökamp auf Lancia Stratos, Fölling/Sonntag auf Mitsubishi Lancer sowie die drei Porsche-Teams Kuhn/Hopfe, Ellermann/Siems und Pfeiffer/Windt auf die lange Anreise in den äußersten Südens Ungarns. Dort erwartete die Teams eine 460 km lange Rallye mit 158 anspruchsvollen WP-Kilometern, die zu einem großen Teil über private Forstwege durch ungarische Wälder führten.

Zum Beginn der eigentlichen Veranstaltung stand ein 1,2 km langer Slalom auf dem Parkplatz eines Einkaufzentrums auf dem Programm. Er zählte zwar nicht zur Wertung der Rallye, ihn zu fahren war aber Pflicht. Geschätzte 2 bis 3.000 Zuschauer füllten das Gelände und hatten dafür umgerechnet 10 Euro Eintrittsgeld bezahlt. Das Spektakel wurde auf großen Video-Leinwänden gezeigt und mit einer ohrenbetäubenden Beschallung unterlegt, gegen die auch die lautesten Autos nicht den Hauch einer Chance hatten. Im Norden sagt man: „Wat mutt, dat mutt.“ Also Helm auf, anschnallen und durch. Allerdings waren es da nur noch fünf Teams. Wegen Schwierigkeiten bei der Technischen Abnahme hatte Claus Ellermann auf einen Rallye-Start verzichtet.

Am Samstag ab 08.00 Uhr, dem eigentlichen Beginn der Rallye, standen dann 8 Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge von 127 km auf dem Programm. Ein kompaktes Programm für Fahrer und Beifahrer. Für Burghard und Lothar war es bereits nach WP2 zu Ende. Vergaserprobleme. Sie nahmen das „catching up“-Verfahren in Anspruch und ließen fleißig schrauben, und waren am Sonntag wieder dabei. Für Reinhard Hainbach und Ina Beck lief es super. Nach Ende des ersten Tages lagen sie auf dem 5. Platz im Gesamt-Klassement und in ihrer Klasse auf Platz 2. Die anderen drei Teams waren ebenfalls mit sich und der Welt zufrieden. Ludwig Kuhn und Klaus Hopfe lagen auf Platz 3 in der Klasse und Platz 11 im Gesamt. Wolfgang Pfeiffer führte Klasse und Gruppe an und lag auf dem 10. Platz im Gesamt-Klassement. „Dottore“ und der „Lange“ legten sehr gute Zeiten auf den Asphalt und waren mit rundherum mit sich zufrieden.

Am Sonntag dann noch zwei WPs über insgesamt „nur noch“ 30 km. Nach der ersten Prüfung bei Wolfgang und Ulli ein kurzer Blick auf den Zwischenstand: weiterhin in Führung, der Finne Liukkonen mit 43 Sekunden zurück, Kurt Vanderspinnen mit 3:22 Minuten und „Erzrivale“ Parisi mit 4:40 Minuten zurück. Da wollte man auf den letzten 12,40 WP nichts riskieren. Aber: siehe Überschrift! Fünf Kilometer vor dem Ziel der WP nahm das Auto kein Gas mehr an. Auto am Rand abgestellt, raus und hektische Fehlersuche. Die Ursache entpuppte sich nach langem Suchen als ausgehängtes Gasgestänge. Die für die Fehlerbehebung fehlende Mutter wurde am Vergaserdeckel abgeschraubt, das Gestänge provisorisch verschraubt, dann das linke Hinterrad wieder anmontiert und vorsichtig weiter. Es half alles nichts. Am Ziel der Veranstaltung hatten wir die erlaubte Karenzzeit von 15 Minuten um drei Minuten überschritten. Wertungsausschluss!

Besser erging es unseren anderen Teams. Lothar und Burghard konnten trotz des Handicaps des „catching up“ Verfahrens ihre Klasse gewinnen. Reinhard und Ina beendeten die Rallye auf Platz 5 im Gesamt und Platz 2 in der Klasse. Ludwig und Klaus belegten die Plätze 10 im Gesamt und 3 in der Klasse. Gerd und Franz überraschten mit einem hervorragenden 19 (!) Platz im Gesamt-Klassement und einem tollen zweiten Platz in ihrer Klasse. Ein Extrapreis – eine 5 Literflasche Rotwein für das schönste Auto – ging an Burghard und seinen Stratos. Hätte es einen Extrapreis für das traurigste Gesicht gegeben, hätten Wolfgang und ich uns diesen Preis teilen müssen.

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